DESIGN. PICTURE. BRUSHES.
Umzug

Virtuelle Welten, Ortswechsel, im Grunde haben Umzüge auch im Netz der Netze ganz banale Ursachen: Die Wohnung wird zu klein. Der Grundriss gefällt nicht mehr. Der Putz fällt von den Wänden, wenn man mal ein Bild aufhängen will. Überhaupt müsste man statt ständig zu renovieren eigentlich grundlegend umbauen. Die Leitungen sind marode. Ständig knallen Sicherungen durch. Manche Nachbarn sind schei*e und nerven.

Ich zieh jetzt also mal um. Mit Sack und Pack, auf zu neuen Ufern. Und hab schon ein passendes neues Zuhause gefunden. Gleiches Türschild, andere Straße. Sozusagen. Das Sudelbuch gibt's jetzt hier. Also dann - bis gleich! Man sieht sich.

(Nur der Umzug all der lieben Kommentare hat leider nicht geklappt. 'tschuldigung auch! Irgendwas ist ja immer, hier geht's wie bei richtigen Umzügen: Ein, zwei Kisten verschwinden leider auf nimmer Wiedersehen....)

 

16.2.08 21:36


Heiter

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich "Euer Gnaden".

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.

(Joachim Ringelnatz)
 
Für heute nichts hinzuzufügen außer einem augenzwinkernden Wochenendgruß. 
16.2.08 03:58


Über die Dummheit

Gebet aus aktuellem Anlass: Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Erkenntnis 1: Vor dem Hintergrund diverser Studien wie z.B.PISA und alltäglicher Erfahrungen reicht die Menge in Anbetracht des Verhältnisses von Personenzahl und Bedürftigkeit für maximal ein Picogramm (= Billionstel Gramm) pro Person. Möglicherweise auch nicht für alle Bedürftigen.

Erkenntnis 2: Ein Picogramm pro Bedürftigem ist nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit, der Logik und der kompletten Erkenntnistheorie nicht ausreichend. Sofern die Menge nicht für alle reicht, greift auch der Vorwurf der Diskriminierung qua mangelnder Chancengleichheit. Somit ist das Gebet im philosophischen Sinne zwar nicht überflüssig, aber realiter nutzlos.

Erkenntnis 3: Da der Herr als allwissend apostrophiert wird, kennt er auch die Gesetze der Betriebswirtschaft, Prozeßoptimierung, Balanced Score Cards, Effizienz und Kostenersparnis. Folgerung: Die Sache mit dem vom Himmel geworfenen Hirn wird ersatzlos gestrichen.

Erkenntnis 4: D.b.d.d.h.k.p. - "Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen!" wußte schon meine preußische Großmutter.

15.2.08 12:47


Frühling

32 Schneeglöckchen, 27 Krokusse, sieben Blausternchen, ein Teppich aus gelbem Schneeglanz unter den Birken - und ein völlig schlaftrunkener, komplett hirnrissiger Igel, der seit ein paar Tagen meine Terrasse unsicher macht. Wenn das nicht deutliche Signale sind, dass der nächste Frühling bestimmt kommt, dann weiß ich's auch nicht.
14.2.08 07:46


Wertfossil

Nicht immer identisch mit gekonnter Sprache, schon gar nicht mit gutem Deutsch: "Veranstaltungssprech", beinhaltend neben Marketingradebrechen aller Art, hakeliger Rhetorik und "äh... äh...." auch wunderhübsche Wortkreationen wie "vieldiskutiertestes" Thema. Ein wunderbares Stilblütensammelsurium mit hohem Unterhaltungswert.

Nebenbeifeststellung des Tages: Der zwischenmenschliche Umgang erodiert zur Wüste. Die Servicekräfte wegen Lappalien zur Minna zu machen, um den eigenen Streß abzubauen, das gehört offenbar mittlerweile zum guten Ton. Vom nicht existenten Gebrauch simpler Vokabeln wie "Bitte" und "Danke" in Kombination mit einem freundlichen Lächeln ganz zu schweigen. Garniert mit ein wenig Zickentheater auf äußerst hohem Niveau und einigen freundlichen Chauvisprüchen lächelnder Anzugträger wird die Sache dann so richtig rund. Krönung und Sahnehäubchen des erstaunlichen Erlebnistags im Großstadtdschungel: Ein geschniegelter, attraktiver Jungdynamiker, der mir ebenso schwungvoll wie entschuldigungslos und höchst unattraktiv, weil manierenfrei die massive Eingangstür ins Kreuz knallt. Noch Stunden später jodelt mein Ischias fröhlich vor sich hin.

(Unterstellt mir jemand, ich sei ein wertfossiles, bisweilen erzkonservatives Wesen mit gewissen Tendenzen zur Spießigkeit? Volltreffer: Eklatanter Mangel an Manieren, Respekt und Höflichkeit rangiert für mich ganz oben auf der "Geht gar nicht"-Liste. Basta.)

13.2.08 21:13


Eigendynamik

Oha - da bekommt die ganze Debatte um Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner einen völlig neuen Aspekt! Nachzulesen hier ... als kleiner Kommentar zu präsidialen Gemütsverwirrungen mit weitreichenden Folgen und hohem Unterhaltungswert. Honi soit, qui mal y pense .... ("Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...." - das Motto des Hosenbandordens.)

11.2.08 14:07


Jäger und Sammler

Ach ja, aus aktuellem Anlass, überhaupt und sowieso: Frank Zappa. Aber bitte die Lautsprecher anmachen.
10.2.08 10:57


Schweigen

"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", heißt es. Oh ja, ich schweige gerne, was möglicherweise und des öfteren unterstellt frauenuntypisch sein könnte. Was ist wohl peinlicher, als sich aus tiefer Ahnungslosigkeit heraus völlig sinnfrei zu äußern! "Wenn man nichts weiß, einfach mal Fresse halten!" sagte Dieter Nuhr dazu. Und was gäbe es wohl Wunderbareres, als mit jemandem überaus beredt zu schweigen. Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe, sondern Worte überflüssig sind ...

Es gibt allerdings auch Varianten des Schweigens , die ich höchst inakzeptabel finde. Die mir die Zornröte ins Gesicht treiben, mich zu äußerst deutlichen Worten bewegen, bisweilen auch zu sofortigem Rückzug: Gedankenlosigkeitsschweigen. Beleidigtes Schweigen. Schweigen aus Bequemlichkeit vulgo Faulheit. Feiges Schweigen. Schweigen als Abstrafaktion. In diesen Varianten - als komplette Verweigerung des Austauschs und des Dialogs - wird Schweigen verletzend bis unerträglich, ist Ausdruck mangelnder zwischenmenschlicher Wertschätzung und fehlenden gegenseitigen Respekts, wird schlimmstenfalls zur destruktiven Gratwanderung zwischen Machtanspruch, Psychoterror und Körperverletzung.

9.2.08 09:06


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